Erweiterte Suche
بازدید
14602
Aktualisiert am: 2011/04/17
Zusammenfassung Fragestellung
Welche Regelung gibt es für unerlaubtes Pflücken von Obst und Pflanzen (Gemüse) aus fremden Gärten (Feldern)?
Frage
Ist es „haraam“ (untersagt), wenn wir an fremden Gärten oder Feldern vorbeigehen und, ohne diese zu betreten, eine Handvoll der an ihren Rändern wachsenden und von uns benötigten Heilkräuterpflücken? Oder, wenn wir sie gepflückt haben, sie zu essen?
Eine kurze
Diese Frage hat keine Kurzantwort, bitte auf – Ausführliche Antwort – klicken.
ausführliche Antwort

Um die Frage zu beantworten, wollen wir zunächst auf einige (allgemein gehaltene) Fatwaashinweisen, um dann die diesbezügliche Auffassung Aayatullaah Mahdi Haadawis (db) zu nennen:

Allgemein gehaltene Auffassung der Foqahaa:

Um das Eigentum anderer, in welchem Maße, in welcher Menge und wie auch immer zu nutzen, ist die Erlaubnis des betreffenden Eigentümers notwendig. Die einzige Ausnahme ist: Wenn ein Obstbaum am Wege des Vorbeigehenden steht, so dass dieser im Vorbeigehen von dem Obst pflücken kann, darf er dies tun, um das Obst sogleich, noch an Ort und Stelle, zu verzehren. Doch nicht mehr als er braucht und in dem Augenblick benötigt.[1]

In einer anderen Fatwaa heißt es: Wenn jemand auf dem Weg zu seinem Zielort ist und unterwegs an einem Obstbaum oder an einem Feld vorbeikommt, wobei der diesen Weg nicht etwa deswegen wählte, um unterwegs von den Früchten des Baumes oder Feldes zu essen, ist es erlaubt, von den Früchten des Baumes oder Feldes zu essen, jedoch nur in dem Maße, wie er es in dem Augenblick benötigt. Es ist ihm nicht gestattet, von den Früchten mitzunehmen. Zudem ist es vorsichtshalber geboten, dass er sich mit wenigem begnügt, da er nicht weiß, ob der Eigentümer damit einverstanden ist oder nicht. Diese Regelung gilt zudem nur dann, wenn sich der Baum oder das Feld gleich neben dem Weg befinden. Befinden sie sich jedoch in einem umzäunten Gelände (Garten), ist es nicht erlaubt, ohne Genehmigung des Eigentümers dort hineinzugehen und von den Früchten zu essen.[2]

In einigen Erklärungen wird zwischen dem Verzehr von den Früchten eines Obstbaumes oder eines Feldes unterschieden.[3]

Anzumerken ist, dass Rewaayaat zu diesem Thema in „Bihaar ul anwaar“, B. 100, S. 75, Kap. 14, „ما یجوز للمارة أکله من الثمرة“ nachzulesen sind.

Auch sei erwähnt, dass in „Wassaa`elosch Schi`eh“, B. 9, S. 203, 204 und B. 25, S. 148 zuverlässigere Rewaayaat zu finden sind. Insbesondere von Abdullaah ebn Ssanaan in dem erstgenannten Band.

Auffassung Hadsrat e Aayatullaah Mahdi HaadawiTehraani (db):

Wenn es sich um wild wachsende Heilpflanzen handelt und man nicht ein fremdes Privatgelände betreten muss, um sie zu pflücken, wird dagegen, dass man von ihnen nimmt, allem Anschein nichts einzuwenden sein. Besonders dann nicht, wenn der Betreffende sie benötigt. Und dies auch nur zu seinem privaten Gebrauch, nicht mehr.

Wenn es sich nicht um wild wachsende Heilpflanzen handelt und man nicht ein fremdes Privatgelände betreten und gar Pflanzen zertreten muss, wird dagegen, dass man von ihnen nimmt, allem Anschein nichts einzuwenden sein. Allerdings nur im Maße des eigenen Bedarfs, nicht mehr.

Abgesehen von diesen beiden Fällen aber ist das Pflücken haraam und hat der Betreffende die Verantwortung dafür zu tragen.



[1]Imam Khomeini, „Esteftaa`aat“, B. 2, S. 510, Frage 19; AayatullaahBahdschatsagt:Mass`aleh e 1644: Man kann von den Früchten eines Baumes, der auf einem öffentlichen Weg wächst, auch wenn er einen bestimmten Eigentümer haben sollte, essen. Doch darf dies nicht zu Beschädigung oder dem Verdorren des Baumes führen. Vorsichtshalber ist geboten, von den Früchten nichts mitzunehmen. (Toudsih ol massaa`el, (Al Mohaschilel Imam l Khomeini), B. 2, S. 229

[2]„Madschma`olmassaa`el“ (LelGolpaaygaani), B. 2, S. 44

[3]Mass`aleh 663: „یجوزلمنمرّبشی‏ءمنالثمرةفیالنخل‏أوالفواکهالأکلمنهاإنلمیقصد،بلوقعالمروراتّفاقا. ولایجوزلهالإفسادولاالأخذوالخروجبه،ولایحلّلهالأکلأیضامعالقصد. ولوأذنالمالکمطلقا،جاز. روىمحمّدبنمروانقال: قلتللصادقعلیهالسّلام: أمرّبالثمرةفآخذ «4» منها،قال: «کلولاتحمل»قلت: فإنّهمقداشتروها،قال: «کلولاتحمل»قلت: جعلتفداکإنّالتجّارقداشتروهاونقدواأموالهم،قال: «اشتروامالیسلهم». وعنیونسعنبعضرجالهعنالصادقعلیهالسّلام،قال: سألتهعن‏الرجلیمرّبالبستانوقدحیطعلیهأولمیحط،هلیجوزلهأنیأکلمنثمرهولیسیحملهعلىالأکلمنثمرهإلّاالشهوةولهمایغنیهعنالأکلمنثمره؟وهللهأنیأکلمنهمنجوع؟قال: «لابأسأنیأکل،ولایحملهولایفسده» «1». وهلحکمالزرعذلک؟إشکالأقربه: المنع،لمارواهمروکبنعبیدعنبعضأصحابناعنالصادقعلیهالسّلام،قال: قلتله: الرجلیمرّعلىقراحالزرعیأخذمنهالسنبلة،قال: «لا»قلت: أیّشی‏ءسنبلة؟قال: «لوکانکلّمنیمرّبهیأخذسنبلةکانلایبقىمنهشی‏ء» «2». وکذاالخضراواتوالبقول. ولومنعهالمالک،فالوجه: أنّهیحرمعلیهالتناولمطلقاإلّامعخوفالتلف.“ „Taskerat ul foqahaa“, B. 12, S. 156.

Q Übersetzungen in andere Sprachen
نظرات
تعداد نظر 0
Bitte geben Sie den Wert
مثال : Yourname@YourDomane.ext
Bitte geben Sie den Wert
<< مرا بکشید
لطفا مقدار کد امنیتی را صحیح وارد نمایید

Kategorien

random questions

  • Warum tötete Kain Abel?
    19003 Hadis - Wissen 2011/03/09
    Koranversen ist zu entnehmen, dass der Grund für die Ermordung Abels durch Kain in dessen heftigem Neid beruhte, der in ihm loderte und ihn schließlich dazu brachte, Abel zu töten. ...
  • Wann wird, nach dem sich der Imam der Zeit zu seiner revolutionären Bewegung erhoben hat, die Regierung weltweiter Gerechtigkeit gebildet? Werden anschließend Armut und Tyrannei schwinden?
    9685 Traditionelle Rationalistische Theologie 2010/11/11
    Wie Rewaayaat zu entnehmen ist, wird der Kampf Imam Mahdis (a.dsch) gegen die Tyrannen und Unterdrücker acht Monate lang währen. Acht Monate nach dem Erscheinen des Imam (a.dsch) werden von ihm die verschiedenen Länder erobert und Gottlosigkeit, Vielgötterei und Doppelzüngigkeit ausgemerzt sein. In der gesamten Welt wird Gerechtigkeit herrschen. ...
  • Warum bat Moses (a) darum, Gott zu sehen, obwohl Gott nicht zu sehen ist?
    13508 Traditionelle Rationalistische Theologie 2011/02/01
    Zwei Antworten lassen sich hierzu erbringen:Erstens aus der Sicht der Kalaam-Wissenschaft: Da gewiss ist, dass Gott nicht sichtbar ist, müssen es die Bani Israel gewesen sein, die mittels Moses (a) die Forderung an Gott stellten, sich zu zeigen und ...
  • Was bedeutet Gott-Ergebenheit“? Wer ist hingebungsvoll Ergebener Gottes“? Wie äußert sich praktizierte Gott-Ergebenheit?
    13282 Ethik (praktisch) 2011/02/01
    Die Wortkundigen verstanden unter dem Begriff „´Ebaadat“: höchste Demut und hingebungsvolle Ergebenheit. Sie sagten: „´Ebaadat“, also höchste demuts- und hingebungsvolle Ergebenheit gebührt nur dem, der die erhabenste Seins- und Vollkommenheitsstufe innehat, höchster und großzügigster Gebende und Schenkende und Inbegriff allenSegens, alles ...
  • Was ist mit “Religion” gemeint?
    11716 Religionsphilosophie 2010/06/30
    In Erklärung des Begriffs „Religion“ werden in der westlichen Welt die verschiedensten Ansichten und Aspekte erörtert. Im Heiligen Koran wird Religion bzw. „Din“, wie es in der islamischen Terminologie heißt, in zweierlei Zusammenhängen verwendet:
  • Warum vergisst der Mensch Gott?
    9698 Ethik (praktisch) 2011/02/01
    Einflüsterungen Satans, Welthörigkeit und Sünde sind die Gründe dafür, dass der Mensch Gott vergisst. Andererseits aber kann durch Gebet, Koran, Nachdenken über die Zeichen Gottes und entsprechende logische Schlussfolgerungen Gott bzw. der Glaube an Ihn erneut in den Herzen wachgerufen werden.
  • Hat Satan Nachkommen und wenn, sind auch sie verflucht?
    19915 Interpretation 2011/04/17
    Satan hat Kinder, die ihn unterstützen, und nahezu alle von ihnen sind wie er und ebenso wie er verflucht und verstoßen. Mit Ausnahme einiger ganz weniger, wie jener Satan, der parallel zu dem Gesandten Gottes erschaffen wurde und durch diesen zu einem Gott-Ergebenen wurde. ...
  • Ist zum Besuch (Siaarat) der Grabstätte Hadsrat e Massumehs (s) die Ghossl vorgesehen?
    15521 Islamische Rechtsvorschriften 2011/04/17
    Diese Frage hat keine Kurzantwort, bitte auf – Ausführliche Antwort – klicken. ...
  • Warum ist es nicht erlaubt, einen verstorbenen Modschtahed zu befolgen?
    10872 Islamische Philosophie 2011/04/17
    Foqahaa, die dem Befolgen (Taqlid) eines verstorbenen Modschtahed nicht zustimmen, begründen dies mit Argumenten, die Interessierte in der Feqh-Literatur nachlesen und in Erfahrung bringen können. Die gestellte Frage ist aber auch unter diesem Aspekt zu erörtern und zwar, worin der Sinn ihrer Sichtweise liegt ...
  • Ist Gott zu fürchten oder zu lieben?
    9196 Ethik (praktisch) 2011/02/01
    Die Parallelität von Furcht und Hoffnung und bisweilen Liebe ist im Zusammenhang mit Gott nicht verwunderlich, denn dies hat in gewisser Weise unser ganzes Leben gezeichnet, wenngleich wir uns dessen nicht bewusst sind. Vergessen wir nicht, dass sogar unser Gehen und Laufen in gewisser Weise ...

beliebt